““Im Taschenbuch »Ochsentour«, Bukowskis Beschreibung seiner Deutschlandreise mit legendärer Lesung in der Hamburger Markthalle, ein Foto von Bukowski mit zwei Frauen und einem Mann an einer Bar, Bukowski scherzte mit den Frauen, der andere Mann stand daneben und schien zwar dazu zugehören, aber in das Scherzen schien er nicht involviert, er starrte als Einziger direkt in die Kamera, ernst, vor sich ein Glas Salzstangen und Schreibzeug. Ich hatte gleich starke Sympathien für diesen Mann am Rand, Jörg Fauser sein Name, auch ein Schriftsteller. Also las ich rasch alle seine Bücher. Wenn es in Deutschland spielte, von Deutschland handelte, verstand man natürlich alles noch mal besser; ein neuer Held, Jörg Fauser. Später mal, am liebsten recht bald, müsste ich unbedingt allabendlich mit Trenchcoat im Rotlichtviertel rumtigern, immer auf der Flucht und in Schwierigkeiten, Hinterzimmer, Tapetentüren, letzte Münzen in die Jukebox und dann ab durch den Notausgang, mit der Kellnerin durchbrennen. Die Mischung bei Fauser war perfekt: einerseits totale Künstlerromantisierung, giftbefeuert mit dem Rapidographen fiebrigen Irrsinn in die Wachstuchkladde dichten, andererseits der Habitus des unseriös vertreterhaften Geschäftsmanns, eben kein innerlichkeitsvernagelter Stipendiatendreck, stattdessen Nyltesthemd und Musterkoffer, Texte zu verkaufen.”